Baltictörn vom 30. Juni - 19. Juli 2002

 

Der Törn wurde von der Kreuzerabteilung des DSV mit einer Goldmedaille bewertet

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Nachdem die vom Fahrtensegler Club Königstein ausgeschriebenen Segeltörns, 1999 nach London und 2000 nach Oslo, für die Teilnehmer als großartiges Erlebnis in Erinnerung geblieben sind, kam von einigen Kameraden der Vorschlag, in diesem Jahr das Baltikum zu bereisen. Unter Berücksichtung aller Gegebenheiten: Mögliche Urlaubsdauer, Charterkosten, Windverhältnisse der südlichen und zentralen Ostsee, zeichnete sich als erreichbares Ziel die lettische Hafenstadt Liepaja (Liebau) ab.
Bald war auch eine geeignete Yacht für sechs Personen, eine schnelle Hanse 401, Standort Greifswald, gefunden.
Bei vorherrschendem Westwind planten wir bis zum Ende der ersten Woche, von Greifswald über Rügen nach Bornholm und einem langen Schlag nach Gotland, die lettische Hafenstadt Liepaja zu erreichen, und danach über Kleipeda (Memel) nach Danzig zu segeln.
Für den bei Westwind schwierigsten Abschnitt, längs der polnischen Küste nach Greifswald zurück, hatten wir neun Tage vorgesehen.
Im Verlauf der Reise werde wir sehen ob dieser Törnplan einzuhalten war.

Samstag, der 30. Juni und Sonntag den 31. Juni 2002.
Am Morgen übernehmen wir die Yacht Clavus, eine Hanse 401 im Yachtzentrum Greifswald. Wir prüfen die naut. Ausrüstung und Sicherheitseinrichtung der Yacht, und vervollständigen die naut. Unterlagen durch unsere Seekarten und Handbücher.

Sonntag den 31. Juni 2002
Einweisung der Crew Lifebelt, Rettungswesten, Rettungsinsel, Motorsteuerung, Seeventile, Anker, Feuerlöscher Seenotsignale. Wegen der Wind- und Wettervorhersage und dem allgem. Wunsch das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft zu sehen, beschließen wir auch den Sonntag in Greifswald zu bleiben.

Montag, der 1.Juli 2002, Greifswald - Nexö (Bornholm).
Noch vor der Klappbrücke von Wieck melden wir dem Vercharterer, dass der Autopilot nicht korrekt arbeitet. Außerdem zeigt die Logge ca. die doppelte Geschwindigkeit an.
Im Greifswalder Bodden machen wir uns durch Boje über Bord Manöver mit den Eigenschaften der Yacht vertraut.
Wegen der Zeitverzögerung und schwachen Windes lassen wir den Motor bis außerhalb des Greifswalder Bodden mitlaufen. Bei auffrischendem Wind stecken wir ein Reff in das Groß und legen gegen Mitternacht im Fischereihafen von Nexö auf Bornholm an.

Idylle vor Hammerhus

Dienstag, der 2.Juli 2002, Hafentag Nexö.
Trotz wiederholter Durchsicht der Schiffspapier finden wir weder ein Handbuch über die elektr. Logge noch dem Nasa DDH 47 Wetterdecoder. Es fehlt uns vor Allem die Angabe über das Fassungsvermögen des Treibstofftanks. Die Charterhotline kann uns auch nicht helfen.
Der Tankwart füllt unseren Reservekanister mit 10 Liter Diesel, und bringt ihn auf dem Gepäckträger seines Fahrrades zum Schiff.
Wir setzen uns in den öffentl. Bus machen eine Inselrundfahrt, besichtigen Rönne und die Festung Hammerhus.

Feuchtbiotop vor der Festung Hammerhus, Bornholm

Mittwoch, der 3. Juli 2002, Nexö - Utklippan (Schweden).
Wegen der für uns nicht vorhersehbaren langfristigen Wetterlage (Westwindlage), wagen wir noch nicht den langen Schlag nach Gotland, sondern fahren die vor der Hanöbucht liegende Schäreninsel Utklippan an. Hier treffen wir die SY "Wellengleiter" mit Arnold Andres ebenfalls vom FSCK 1995 und Crew. Vom Hafenmeister werden wir sehr herzlich begrüßt.
Begreiflicherweise wird hier außer einem Leuchtturm, Hafenmeister-Hütte, Plumpsklo, nur sehr viel Natur geboten.

Schutzhafen Utklippan

Schutzhafen von Utklippan, Außenschäre vor der schwed.Südküste (Hanöbucht).

 


 

Donnerstag der 4. Juli 2002, Utklippan - Grönhögen (Öland).
Bei dichtem Nebel tasten wir uns nach Öland. Wegen unseres Tiefganges können wir nur Grönhögen auf der Westseite Ölands anlaufen. Kurz vor der Hafeneinfahrt geht die Sichtweite auf ca 30 Meter herunter. Wir haben Mühe die Ansteuerungstonnen zu finden.
In diesem netten kleinen Hafen, Wasser, Strom, Treibstoff, Toiletten und Duschen vorhanden, begrüßt uns ein deutsches Hafenmeisterehepaar.
Gegen Nachmittag klart es auf und wir haben das schönste Sommerwetter. Wegen der günstigen Windvorhersage und besseren Großwetterlage planen wir für morgen den langen Schlag nach Liepaja (Lettland).

Freitag und Samstag, der 5. + 6. Juli 2002, Grönhögen - Liepaja (Liebau).
Nach dem wir Treibstoff und Wasser gebunkert haben starten wir zusammen mit dem Wellengleiter, einer Faurby 39. Bei gleichem Yardstick (91) können wir gegen die Eigneryacht am Wind bis zur Südspitze Ölands einigermaßen mithalten.
Danach müssen wir auf Vorwindkurs abfallen. Um Schaden am Groß zu vermeiden, müssen wir wegen der stark gepfeilten Salinge, und des stärker werdenden Windes, auf Raumschotkurs gehen. Mit der von mir mitgebrachten Talje sichern wir den Baum.
Die Talje wirkt so gleichermaßen als sehr effektiver Baumniederholder und als Bullentalje. So können wir den Druck des Großsegels auf die Salingnock verringern.
Mit einem Reff im Groß und Fock segeln und surfen wir sicher bei bis zu 7 Bft in Richtung Osten. Die vorhergesagte Winddrehung bringt uns gegen Morgen auf unseren Kurs nach Liebau zurück. Liebau

Nachdem wir sehr freundlich vom Hafenkapitän per Funk zum Besuch Liepajas eingeladen werden, motoren wir entlang alter Hafenanlagen und rostiger Fischkutter in das Zentrum der Stadt und machen am kleinen Yachtanlieger fest.
Kurze Zeit später kommt ein netter Grenzbeamte in Begleitung eines Mitarbeiter des Yachthafenmeisters (Agent) an Bord und stempelt die Pässe.
Doch ein Pass fehlt. Unser Kamerad Hans Koepsell kann ihn nicht finden. Zur Erleichterung des Grenzbeamten und der Crew, findet der Skipper den Reisepass im Waschbeutel von Hans.
Die sanitären Anlagen, zwei Duschen, Toiletten (für beide Geschlechter), eine Waschmaschine, sowie Sauna und ein kleines Badebecken ca. 2x3 Meter, alles gefliest und sauber, befindet sich im nebenstehenden alten Speichergebäude. Am Steg gibt es Wasser und Strom. Neben dem Anlieger feiern ca. 2000 Einheimische ein Sommerfest mit Musikbühne und jede Menge Wurst und Durststände.


Sonntag der 7. Juli 2002 Hafentag in Liepaja
Initiiert vom Marinekameraden Hans Koepsell hatte die MK Frankfurt unseren Besuch bei der lettischen Marine angemeldet. Der nette Hafenmeister hilft unserem Hans den Kontakt zu der lettischen Marine vor Ort herzustellen.
Leon, ein ortskundiger Deutscher von einer Segelyacht aus Norderney, zeigt uns die Stadt und die Sehenswürdigkeiten der seit "Peter dem Großen" unter russischem Einfluss stehenden Hafenstadt. Nachmittags besuchen wir des Baltron Zentrum der lettischen Marine. Die Marine-angehörigen werden in Wilhelmshaven ausgebildet und sprechen sehr gut deutsch.
Das Baltron-Zentrum wurde von der Deutschen Marine zur Instandsetzung der an Lettland gelieferten Minenräumanlagen und Räumboote eingerichtet.

Montag, der 8. Juli 2002, Liepaja - Klaipeda (Litauen)
Bei aufklarendem Wetter, mit günstigem Westwind legen wir die 50 Meilen nach Memel in acht Stunden zurück.
Wieder geht es an alten Hafenanlagen mit unzähligen Kränen vorbei. An der Pier 26 gleich neben der Dangemündung müssen wir einklarieren. Unsere Einreise wird durch einen Stempel in den Pässen, sowie eine Bestätigung auf unsere Crewliste dokumentiert.
In Litauens Segelzentrum schräg gegenüber machen wir fest. Wieder werden wir sehr freundlich empfangen. Wasser Strom am Steg, und neu geflieste saubere Toiletten und Duschen sind im Klubhaus des Yachtklubs vorhanden.

Memel

Theaterplatz Kleipeda,
Historischer Brunnen des Dichters Simon Dach 1605-1659"
Ännchen von Tharau"


Dienstag und Mittwoch der 9. + 10. Juli 2002 Klaipeda - Gdansk (Danzig).
Unser Wetterdecoder hat sich nun endgültig verabschiedet. Die SY Wellengleiter hilft uns mit dem Wetterbericht aus. Wir nutzen den günstigen Wind und legen nachmittags ab um die 120 sm nach Danzig zurückzulegen.
Auf dieser Etappe ist es wegen des russ. Teils von Ostpreußen, nicht möglich, unterwegs ein Hafen anzulaufen. Außerdem müssen wir uns gut von den russ. Sperrgebieten freihalten.
Gleich nach der Hafeneinfahrt von Danzig legen wir an der Grenzkontrollstation an. Erst nachdem wir per Handy mit dem Büro Kontakt aufgenommen haben, kommt ein Beamter mit seinem Dienstwagen angebraust und stempelt unsere Pässe.
Nach weiteren 4,5 sm, entlang an Hafen und Werftanlagen, legen wir am frühen Nachmittag im Yachthafen von Danzig, gegenüber dem Krantor an.

Das Krantor

Der Yachthafen wird rund um die Uhr von Uniformierten bewacht.Hier liegen wir sicher, mitten im Zentrum von Danzig. Wasser, Strom ist vorhanden, Toiletten und Duschen sind in zwei Container untergebracht.



Donnerstag, der 11. Juli 2002, Hafentag in Gdansk.

Ein kleines Hoch über der Ostsee soll uns in den nächsten Tagen schönes Wetter bescheren, so dass wir uns einen Hafentag in Danzig gönnen.
Wir bummeln durch die liebevoll restaurierte Altstadt und genießen das Flair der Perle der Ostsee.

Restaurant zum Lachs

Zufällig finden wir in einer Seitenstrasse das bekann-teste Restaurant Danzigs, den "Lachs", indem schon der Bundespräsident, der Bundeskanzler und Außenminister gespeist haben.
Nun gibt sich die Fahrtenseglercrew des FSCK und Abordnung der MK Frankfurt die Ehre.



Freitag, der 12. Juli 2002, Gdansk - Wladyslawowo (Großendorf)
Nachdem wir vergeblich versucht haben in Danzig Treibstoff zu bunkern, ein Kümo blockiert die Tankstelle für die nächsten Stunden, segeln und motoren wir durch die Danziger Bucht, dann an der Nordseite der Halbinsel Hel entlang, nach Wladyslawowo. Nach Auskunft der Hafenbehörde von Danzig können wir die vor der polnischen Küste liegenden Sperrgebiete unbehelligt queren.
Mittlerweilen hat die Hafenverwaltung dieses großen Fischereihafens, eine kleine Steganlage im hinteren Hafenbecken angelegt. Toiletten und Duschen sind in einem Hafengebäude im ersten Stock vorhanden. Treibstoff kann man auch an einem Bunkerschiff tanken. Der Tankwart spricht gut deutsch und füllt uns Treibstoff, wegen des riesigen Tankfüllstutzens, über einen Kanister ein.
Zum zweiten Male hat der deutschen Motorsegler Seewolf aus Brodersby sich mit seiner Schraube eine Leine eingefangen (wohl zu lange unter Motor gefahren). Unser Skipper taucht ins Hafenwasser !! und befreit den Seewolf von seinem Souvenir.

Samstag, der 13. Juli 2002, Wladyslawowo - Ustka (Stolpmünde).
Nachdem wir Wasser mit einem 1,5 Zoll Schlauch !!! (vor dem Gebäude der Hafenbehörde) gebunkert haben, segeln wir bei auffrischendem Wind, teilweise unter Spi nach Ustka. Vor der schmalen Hafeneinfahrt werden wir von den Grundseen gebeutelt. Wir können nur die Info des Hafenhandbuches bestätigen: Bei Starkwinden aus West bis Nord ist diese Einfahrt nicht zu empfehlen.
Wir legen an der Uferpromenade von Stolpmünde an. Stromversorgung wird vom Hafenmeister angeschlossen. Öffentliche Toiletten sind in der Nähe.
Genauso wie in Wladyslawowo laden die Wurst und -Durstbuden sowie eine Musikbühne die zahlreichen Touristen zum Verweilen ein.

Sonntag, der 14. Juli 2002, Ustka - Kolobrzeg (Kolberg).
Bei frischem NE Wind spulen wir die 50 sm nach Kolberg in neun Stunden ab. Für die enge Hafeneinfahrt gilt das gleiche wie für Ustka, bei Starkwind aus W-N nicht zu empfehlen.

Kolberg

Wir legen im netten kleinen Yachthafen südlich der Stadt an. Der freundliche Hafenmeister, und sein deutsch sprechender Gehilfe, informiert uns über die Gegebenheiten. Strom und Wasser am Kai, Toiletten und Duschen mit Schlüssel in Container.
Lifemusik, Räucherfisch, Grillspieße, Steak und Würstchen im alten Fort direkt nebenan. Die langfristigen Wetteraussichten, eine stabile Hochdrucklage, lässt wieder einen Hafentag zu.


 

Montag, der 15. Juli 2002, Hafentag in Kolberg.
Kolobrzeg ist der größte Kurort von Polen. In den Sanatorien können die verschiedensten Krankheiten und Stoffwechselstörungen behandelt werden. Gäste aus Polen, Deutschland und Skandinavien stärken hier ihre Gesundheit und Kondition.
Neben der sehenswerten Altstadt lädt die Strand- und Kurpromenade zum Verweilen ein. Hans Koepsell lädt uns zum Besuch seines 40 km entfernt gelegenen Geburtsortes ein. Wir sind erstaunt über die adretten Häuser und asphaltierten Strassen sowie die mit modernen Verbundsteinen gepflasterten Wege auf dem Lande.

Dienstag, der 16. Juli 2002 Kolobrzeg - Swinoujscie (Swinemünde)
Wieder nutzen wir den NNE Wind und segeln teilweise unter Spi dem traumhaften Ostseestrand mit weißem "Eieruhrsand" entlang nach Swinemünde.
Entgegen der Auskunft der Grenzbehörden von Danzig müssen wir uns trotzdem an der Grenzkontrollstation melden.
Später sehen wir anderen Yachten die aus dem Stadthafen wieder 2 sm zurück zum Anmelden an die Grenzkontrollstation fahren müssen.
Vorbei an einem noch nicht im DSV Hafenhandbuch enthaltenen Yachthafen im Nordbassin, motoren wir zum Anleger "Orion", mitten im Zentrum der Stadt. Wasser und Strom sind an der Pier vorhanden. Toilette und Dusche werden im naheliegenden Restaurant angeboten.
Wir sind unserem Zeitplan voraus und können uns getrost wieder einen Hafentag erlauben.

Svinemünde

Mittwoch, der 17. Juli 2002, Hafentag Swinoujscie.
Wir bummeln durch die Stadt und besuchen den riesigen "Polen-markt". Danach lassen wir uns mit einer Kutsche zur Strandpromenade fahren. Dem Touristenrummel entgehen wir durch einen Spaziergang in dem, zwischen Strand und Promenade liegenden Grüngürtel.



Donnerstag, 18. Juli 2002, Swinoujscie - Wolgast.

Zuerst müssen wir die zwei sm zurück motoren und an der Grenzkontrollstelle ausklarieren.
Nach dem obligatorischen Stempel motoren wir die Swine hinauf und durch die "Kaiserfahrt" (ein Kanal) in das Stettiner Haff. Jetzt können wir die Segel setzen und nach Steuerbord in Richtung deutsche Grenze abfallen. Vom davor ankerndem Küstenwachboot werden wir mit dem Schallsignal Lima und einer grünen Leuchtkugel herbeigerufen. Nachdem der Beamte den Schiffsnamen lesen kann, bekommen wir ein Handzeichen zum Weiterfahren.
Bei leichten Winden aus südlicher Richtung segeln wir weiter durch die Klappbrücke bei Zechenin über die Peene nach Wolgast.
An der Pier im Stadthafen machen wir längsseits fest. Strom bekommen wir vom Hafenmeister, Toilette und Dusche sind im naheliegendem Gaststättengebäude vorhanden. Im Gegensatz zu den polnischen Städten wirkt Wolgast nahezu ausgestorben.

Freitag, der 19. Juli 2002, Wolgast - Peenemünde - Greifswald.
Pünktlich um 7 45 Uhr motoren wir durch die Klappbrücke in Richtung Peenemünde.
Vor Peenemünde erkennen wir durch das Fernglas die Möglichkeit (nicht im Hafenhandbuch angegeben) im Hafen des "Marine-Regatta-Vereins Peenemünde" bei 3,5 m Wassertiefe, anzulegen.

Dem Hafenmeister stellen wir uns als Vertreter der Marinekameradschaft Ffm. vor, und überreichen einen Wimpel der MK Ffm. Dafür kassiert der Hafenmeister von uns die Liegegebühr von zwei Euro.


 

Wir besichtigen das russische U Boot "Juliett" (Museum) und das "Historisch techn. Museum Peenemünde".
Um 11.30 Uhr legen wir wieder ab, und segeln die Peene hinunter in den Greifswalder Bodden. Das erste Mal bei diesem Törn müssen wir die letzten Meilen nach Wieck aufkreuzen. In den letzten Stunden lernen wir die hervorragenden Segeleigenschaften der Hanse 401 kennen.

Brigantine Greif


Die Brigantine Greiff ex "Wilhelm Pieck" Segelschulschiff der ehemaligen DDR, auf ihrem Liegeplatz in Greifswald-Wieck


Wir haben Glück, die Klappbrücke Wieck öffnet um 16 Uhr (Fischerfest). Nach einer leichten Grundberührung beim Eindrehen in die Box des Yachtzentrums machen die Yacht, unser Fahrzeug und Heim der letzten drei Wochen fest.
Bei 20 Reisetagen waren wir 14 Tage auf See und haben 800 sm zurückgelegt, davon 80% unter Segel. Ein Wert den man im Mittelmeer zur gleichen Jahreszeit wohl nicht erreichen kann.

Manfred Iffland Sept.2002

Ausrüstung

Die Yacht Clavus:

Hanse 401, L.O.A. 12 m, Breite 3,90 m, Tiefgang 1,90 m Segel 60 m², mit Genua 74 m².
gemäß den Chartbestimmungen ausgerüstet mit 8 Rettungswesten, + Lifebelts Rettungsinsel für 8 Personen, 2 Feuerlöscher, Notpinne, Rettungskragen mit Leine, Notblitz, Seenotsignalmittel.
UKW Funkgerät, automat. Wetterdecoder (RTTY) DDH 47 (147,3 Khz), Handpeilkompaß, GPS, Echolot, Logge, 2 Anker, Festmacher und Leinen.

Zusätzliche Ausrüstung von der Crew mitgebracht:
4 Automatikwesten + Lifebelts, 3 fach geschorene Arbeitstalje, 20m Reserveschot, Segelnähzeug, Werkzeug + Lötkolben, Vielfachmessgerät,
Handpeilkompaß, Hand-GPS, Weltempfänger Lowe 150 mit Marinebalun, Seenotfunkboje Mini EPIRB (121,5 und 243 Mhz)

Nautische Unterlagen:
Seekarten:
An Bord: Sportbootkartensätze der N.V. Serie 1-5 einschl. Hafenlotse.
Von Crew mitgebracht:
Deutsche Seekarten: Übersegler Ostsee komplett. Nr 138, 143 - 145 poln. Küste bis Lettland, Nr 140 Hanöbucht Ostteil, Nr. 167 Öland - Gotland Süd. Sportbootkartensatz Nr. 1036 des BSH, Danziger Bucht, mit Berichtigung Nr. 1035
Handbücher von Crew mitgebracht:
Revierführer Ostsee 2002, Hafenhandbuch Ostsee II (2002), Wetter der Nord- und Ostsee (DK-Verlag), Ankerplätze Ostseeküste (Edition Maritim) Bootsurlaub an der Ostseeküste (Pietsch Verlag)

Bemerkungen zur Navigation:
Die im Logbuch angegebenen Kurse wurden vom Steuermann nicht exakt gehalten, sonder jede Winddrehung nach der Anströmung der Segel (Trimmfäden) ausgesteuert. Grundsätzlich wurden Seezeichen oder Landmarken als Ansteuerungspunkte verwendet. Mindestens zur jeden zweiten Stunde wurde ein Standort nach GPS oder Seezeichen bestimmt. Jeder GPS-Standort wurde soweit als möglich, an Hand von Peilungen überprüft.

Bemerkungen zur Segelführung:
Wegen der stark gepfeilten Salinge, konnte aus Sicherheitsgründen bei Starkwind kein Vorwindkurs gesegelt werden (die Salingnocken scheuern am Groß, Patenthalse).
Grundsätzlich wurde ab raumen Kursen eine dreifach geschorene Talje als Bullenstander an einer Verstärkung der Fußreeling gesetzt. Nur so konnte das Groß gesichert, gleichzeitig flach getrimmt, und somit Beschädigungen des Großsegels vermieden werden.