Überführungstörn Mallorca - Gran Canaria

 

31.Oktober bis 16. November 2005

Hallo Segelfreunde:
Hier der Bericht "Überführungstörn Mallorca - Gran Canaria":
Am Samstag den 23. Okt. gegen Mittag am Flugplatz von Palma de Malloca begann das Abenteuer Überführung einer Yacht in drei Wochen von Mallorca nach Gran Canaria.
Nachdem ich vergeblich versuchte einen Linienbus zu finden der mich erst zum Busbahnhof transportiern sollte, stieg ich kurzerhand in ein Taxi und machte mich auf die Reise nach Porto Pollensa (der nächste Bus fuhr erst gegen 18 Uhr).

Manfred, Traugott Lorenz

Die Yacht "Steffis Q" ein Sun Odyssey 45.2, sollte an der Außenmole liegen. An der zum Mittelmeer liegenden Mole suchte ich sie allerdings vergeblich. Erst nachdem ich mein Gepäck beim Hafenmeister deponíerte, fand ich die Yacht an der West-Mole (Innenseite der Bucht).
Nach Begrüßung der bereits anwesenden Mitreisenden Traugott und Lorenz, und checken der Yacht, warteten wir auf den noch fehlenden vierten Mitsegler Friedemann.
Er hatte Glück uns zu finden, denn erst in letzter Sekunde vor seiner Abreise wurde ihm mitgeteil, dass Die Yacht nicht in Palma liegen sollte, sondern in Porto Pollensa.





Am nächsten Morgen machten wir uns auf die Reise ans spanische Festland. Vorbei am Cap Formentor, mit Kurs nördlich von Mallorca und Ibiza erreichten wir mangels Wind unter Motor nach 210 sm unter Motor Altea.


Als nächstes Etappenziel hatten wir uns Cartagena (96 sm) ausgewählt. Am 25. Okt. gegen 22 Uhr versuchten wir vergeblich den Hafen zu entern. Fischerboote verbunden mit Tauen bildeten eine Kette und blockierten die Hafeneinfahrt. Wie wir später erfuhren, als Protest gegen die gestiegenen Treibstoffpreise. Notgedrungen ankerten wir im Vorhafen.
In der Frühe des 26. Okt.machten wir uns nach einem Zwischenstopp in Aquila zum auffüllen der Vorräte, auf den Weg nach Almeria.

Almeria

Entlang der spanischen Küste, legten wir wieder mangels Wind, die 110 sm nur unter Motor zurück. gegen Morgen, am 27. Okt. machten wir die "Steffi Q" im Privat-Yachthafen von Almeria fest. Nur nach Verhandlung mit dem Hafenbüro bekamen wir ausnahmsweise die Aufenthaltsgenehmigung bis 18 Uhr.
So machten wir uns gleich auf den Weg zur Besichtigung dieser wunderschönen Stadt.
Pünktlich um 18 Uhr legten wir ab um vor dem Hafen, vor Anker, unser Abendessen zu genießen.
Danach gingen wir Anker auf, um die letzten 112 sm in Richtung Malaga hinter uns zu bringen.

Alcazaba

Alkazaba, Almeria,
maurische Festung.


Benalmadena, Yachthafen


Wieder reichte der Wind nicht aus um die Yacht mit der notwendigen Geschwindigkeit in Richtung WSW voran zu treiben. So machten wir nach ca 20 Stunden unter Motor, am Freitag den 28.Okt. die "Steffis Q" gegen Nachmittag im riesigen Yachthafen von Benalmadena fest.
Benalmadena
Benalmadena,
SW von Malaga.

Gibraltar Yachthafen

Nach reinigen der Yacht, Übernahme neuer Vorräte legten wir am So. den 30. Okt. in der Frühe ab, um noch unter Büchsenlicht im Hafen von Gibraltar einzulaufen.

Die 55 sm legten wir mangels geeignetem Windes unter Motor in 10,5 Stunden zurück.
Wegen der überfüllten Yachthäfen, verbrachten wir die erste Nacht in zahlreicher Gesellschaft anderer Yachten vor Anker, neben der Startbahn des Flugplatzes.
Erst am nächsten Morgen den 31. Okt. hatte sich die Situation verbessert, sodass wir einen ordentlichen Liegeplatz im Yachthafen vom Hafenmeister zugewiesen bekamen.
Den Hafentag benötigten wir um unser Schiff auf die Langfahrt (ca 600 sm) nach Madeira vorzubereiten (Treibstoff für 600 sm/ Verpflegung für vier Tage auf See), anschließendem Besuch der Touristen und Affen.

Bucht von Gibraltar

Aufgehalten vom Hafenmeister (er hatte verschlafen) motorten wir am Dienstag den 1. Nov. mit dem letzten Rest des ablaufendem Wassers, aus dem Trichter Gibraltar in den freien Atlantik.




Die Strasse von Gibraltar.




Altlantk, Sonnenuntergang Die Schiffsbewegungen hielten sich in Grenzen (lange Dünung), der Gegenstrom mit 0,5 - 1,0 Knoten ebenfalls. Bis zu 80 sm westl. vom Affenfelsen konnten wir mit Hilfe des GPS noch Strom festzustellen.
Wegen der alten, viel zu kleinen Genua (von einer 37 Fuß Yacht), mussten wir um den Zeitplan einzuhalten, auch bei einsetzenden Winden aus östlichen Richtungen, den Motor zu Hilfe nehmen.

Francesca und Rainer
Dann die erste Panne: Bd Toilette verstopft. Nach zerlegen der Anlage und reinigen eines Schlauches, mussten wir die Toilette als "out of Order" abschreiben. Sämtliche Absaugventile und Verbindungen waren mit Salzablagerungen verschlossen.
Also hieß es, für neun Personen nur die STb. Toilette benutzen. Die nächste Panne: Nach Tanken über Reservekanister verweigert der Motor seine Dienste. mehrfaches Reinigen des Filters und Entlüften brachte erst nach Ablassen der Verunreinigungen (Wasser und Bodensatz) am Schwerkraftfilter der Tankanlage den erhofften Erfolg.
Der danach sich verstärkende Wind verbesserte etwas unseren Treibstoffhaushalt, sodass wir nach 662 sm in den frühen Morgenstunde des 6. Nov. im Vorhafen von Funchal/Madeira vor Anker gehen konnten.

Hafen von Funchal
Nachdem wir unseren Schlafdefizit ausgeglichen hatten, bekamen wir einen Liegeplatz längsseits eines Katamarans zugewiesen. Zwei wunderschöne Tage auf Madeira versöhnten uns mit dem vorangegangenen Ärger und den Strapazen.

Funchal
Funchal, Blick von W.

Blick vom Monte

Funchal Hafen,
Blick vom Monte.
japanischer Garten
Japanischer Garten, Funchal.

Nachdem zwei Crewmitglieder sich bereits auf der Rückreise befanden, brachten wir am Mittwoch den 6. Nov. die "Steffi Q" endlich unter Segel, auf südlichen Kurs in Richtung "Kanarischer Inseln".
Der sich immer mehr verstärkende Wind zwischen 24 und 34 Knoten aus NE machte unserer Yacht ordentlich Beine. Die sich bildenden Wellen versetzten der Steffi Q und der Crew ordentliche Schläge. Salzwasserduschen des Schiffes und der Crew war angesagt.
Um die Crew zu entlasten, ließen wir zeitweise den eisernen Gustaf (Autopilot) bei mitlaufendem Motor (um Batterie zu schonen), die Steuerarbeit machen. Dann die nächste Panne.
Wegen plötzlicher Überhitzung des Motor mussten wir unseren Steuermann entlassen. Handarbeit und Einsparungen am Kapazitätshaushalt der Servicebatterie war angesagt.
Die Überprüfung der Lage am Kühlwasserfilter, brachte die Erkenntnis: Wasserpumpe des Seewasserkreislaufes ausgefallen. Erst am nächsten Tage, nach Beruhigung der See (Windstärke 6) konnte ein neuer Impeller unsere Situation verbessern. Der Motor hatte wieder ausreichende Kühlung.
Inzwischen hatte sich aber der Wasserstand im Vorpiek (Segelstauraum leider ohne Segel) erhöht, sodass einige Liter Seewasser unter den Bodenbretter die Bilge und unserer Getränkevorräte reinigten.
Aber soviel wir pumpten soviel lief auch wieder durch ein nicht festzustellendes Leck (Luke oder ...) über das Vorpiek ins Schiffsinnere. Eine Entlastung des Wassereinbruches, lenzen des Vorpiek über das Vorluk, war bei diesem Seegang nicht zu denken. Im Abstand von 20 Minuten ein paar Schläge mit der Handpumpe durch den Steuermann, brachte den Atlantik dorthin wo er hingehört, nach außenbords.



Am frühen Morgen segelten wir endlich der langen Außenmole des Hafens von Las Palmas/Gran Canaria entlang. Der Yachthafen war auch ohne Detailplan schnell gefunden. Allerdings hatten die Teilnehmer des Atlantic Rally for Cruisers den Hafen fest im Griff.
Doch die "Steffi Q" stand ebenfalls auf der Teilnehmerliste, sodass unserer Yacht endlich den lang verdienten sicheren Liegeplatz am Steg 16 einnehmen konnte.

Las Palmas, bunt bemalte Häuser.

 

 

 

Überall begegnen wir bemalten Hundeplastiken.
Wir befinden uns auf den Hundsinseln.


Reisebericht und Fotos von Manfred Iffland, Jan. 2006