Midsommar-Törn vom 17. Juni - 30. Juni 2007

 

Die Idee einmal über dem 21.Juni einen Skandinavientörn durchzuführen wurde bereits im Jahr 2000 geboren.
Während unseres Oslotörns verpassten wir die Gelegenheit mit Einheimischen auf einer Insel der Kosterschären (W-Schweden) den Midsommar zu feiern. Die Einladung der Schweden schlugen wir damals zu Gunsten des Oslo-Besuches aus.
In Oslo fand die Midsommar-Feier in einem Discozelt bei Tecno-Musik statt !!!
Wir waren uns damals einig, irgend wann einmal werden wir den Midsommar auf einer kleinen skandinavischen Insel feiern.




Auf der Ausschreibung des Midsommertörns im Herbst 2006 meldete sich sofort unser Clubmitglied Arnold Andres mit seiner SY "Wellengleiter", Horst und Jürgen Reichmann mit ihrer SY "Biene".
Eine Rumpfcrew für zuerst zwei, später drei Charteryachten war ebenfalls schnell gefunden.

Manfred Iffland


Berichte von Unterwegs (Dr. Michael Bauer, Manfred Iffland):

Bericht Nr. 1
Bericht Nr. 2
Bericht Nr. 3
Bericht Nr. 4
Schlussbericht

 

Logbuch der SY "Carpe Viam"

Samstag, der 17. Juni 2007. Kinzigtal-Rügen
Nach einer Nachtfahrt (mit dem Auto) erreichten wir bei strömenden Regen Schaprode, ein kleines Dorf auf der Insel Rügen.
Die SY "Carpe Viam" (folge dem Weg) eine Sunbeam 37, war schnell übernommen. Etwas länger brauchten wir um das Gepäck der Crew, Peter Viel, Erich Kuhn, Georg Späth und Joachim Müller, sowie die Verpflegung für die nächsten Tage zu verstauen.
Mit unseren schwedischen Sportbootkarten, Hafen- und Seehandbüchern vervollständigten wir die naut. Unterlagen der Yacht.

Sonntag den 18. Juni 2007, Schaprode-Glowe
Einweisung der Crew: Lifebelt, Rettungswesten, Rettungsinsel, Motorsteuerung, Seeventile, Anker, Feuerlöscher, Seenotsignale etc.
Wir segeln und motoren bei schwachem Wind nach Glowe (Rügen), um uns dort mit der SY Biene, SY Seebär und der SY Sunrise zu treffen.


Yachthafen Ronnö

Montag, der 19.Juni 2007, Glowe-Ronnö (Bornholm).

Pünktlich um 6:00 Uhr legen wir ab um den langen Schlag nach Bornholm hinter uns zu bringen.

Aber wegen des schwachen W-Windes ändern wir den Zielhafen (Svaneke) und segeln/motoren nach Ronnö (Bornholm)


Dienstag, der 19. Juni 2007, Ronnö-Hammerhavn.

Nach der Besichtigung der Hauptstadt Bornholm's legen wir ab um nach drei Stunden Segeln (10 sm) im malerischen Hafen des Naturschutzgebietes Hammeren festzumachen. Unsere SY Biene (die Reichmänner) und SY Seebär (Manni Brauni) bleiben zur Besichtigung der Insel (per Bus) im Hafen.
Die SY Sunrise (Lothar Müller) segelt (oder motort ?) zum Hühnerschi.. Lotto nach Svaneke.

Hammerhavn
Hammerhavn mit der Ruine Hammershus im Hintergrund


Ruine Hammershus


Blick von der Ruine auf die Ostsee


Loevehovederne (Löwenhäupter).


Leuchtturm Hammeren


Abendstimmung, Blick vom Hammerknuden, ein Granitfelsen an der NW-Spitze Bornholms, 80 m über dem Meer.


Hammer Sö, der Hammersee, größter See Bornholms.

Mittwoch, der 20. Juni 2007, Hammerhavn - Christiansoe.
Ein schöner Segelwind, zuerst aus SW später aus SE um drei, schiebt uns nach Christiansö,den Erbseninseln.
Innerhalb kurzer Zeit treffen unsere vier Yachten im Hafen ein.
Ein Paar Stunden später trifft auch unsere fünfte Yacht, von der schwedischen Südküste kommend, der "Wellengleiter" (Arnold Andres) ein.

Hafen von Christiansö


Der Wellengleiter vor den Erbseninseln


Der Sund


Ein Teich auf Christiansö


Hafen mit Festung
Donnerstag der 21. Juni 2007, Christiansö - Simrishamn.

Wegen der Wettervorhersage für den übernächsten Tag lassen wir das geplante Ziel, die Außenschäre Utklippan fallen.
Wir möchten nicht den vorhergesagten Starkwind, N 7-8 westdrehend, auf der einsamen ungeschützten Insel abwettern. Bei schwachen Wind aus SE segeln/motoren wir nach Simrishamn (Schweden).

Yachthafen von Simrishamn

Freitag, der 22. Juni 2007, Hafentag Simrishamn,



Die Midsommar Feier in einem benachbarten Ort findet für uns wegen der starken Regenfälle nicht statt.
Aber die Schweden feiern den Midsommar, am darauf folgenden Wochenende (nach dem 21. Juni).
Vielleicht haben wir im nächsten Hafen noch die Möglichkeit daran teilzunehmen.

Wir bummeln im Regen durch die Stadt.
Im Hafen messen wir SW 6-7, Schauerböen.


Ein Innenhof, Simrishamn

Samstag der 23. Juni 2007, Simrishamn - Hanö


Ein schwacher bis mäßiger Wind aus südlichen Richtungen nutzen wir um den Hafen der Insel Hanö, Namensgeberin der Hanö-Bucht, anzulaufen.


Der Hafen der Insel Hanö


Ein Garten auf der Insel Hanö


Wir feiern den Midsommar im Hafen von Hanö.


Der englische Friedhof. Anässlich der napoleonischen Kriege war hier ein englisches Geschwader unter Nelson stationiert


der Lanfrist-Wetterbericht kündigt für Mitte nächster Woche ein Sturmtief an. Wir können leider nicht weiter nach Ost in die Schärenwelt vor Karlskrona und entscheiden uns als Ersatz nach Karlshamn zu segeln.
Die SY "Sunrise", Skipper Lothar Müller, verlässt uns hier und wird im Hafen von Ahus wieder zu uns stossen.



Sonntag, der 24. Juni 2007, Hanö - Karlshamn

Der vorhergesagte SW um 3 bringt uns schnell zur südöstlich von Karlshamn vorgelagerten Inselwelt mit der Insel Tärnö.
Von SE aus fahren wir in die Inselwelt hinter Tärnö ein.
Eine zauberhafte Schärenlandschaft liegt vor uns. Kleine Anleger laden zum Festmachen ein.
Nach einer kleinen Rundfahrt segeln wir durch die östlich Ansteuerung in nach Karlshamn.
Im SE von Karlshamn gelegenen Schärenhafen Vägge Fiskehamn finden wir neben dem Wellengleiter und Seebär einen Liegeplatz



Ostansteuerung nach Karlshamn



Schärenhafen Vägga Fiskehamn vor Karlshamn

Ein wunderschöner Spazierweg entlang des Ufers bringt uns nach Karlshamn.


Rathaus von Karlshamn

Morgen wollen wir uns mit der Sunrise im Hafen von Ahus treffen.

Montag der 25. Juni 2007, Karlshamn - Ahus

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Ein wunderschöner Amwindkurs bei 2-3 Windstärken treibt uns wieder mit einem kleinen Holeschlag an Hanö vorbei nach Süd.
Am Nachmittag machen wir in der vom Schnaps (Absolut Wodka) geprägten Stadt (Seitenschlengeln, nicht begehbar) fest.



Ahus Yachthafen im Fluss Helge

Unsere kleinste Yacht, die SY Biene, Horst und Jürgen Reichmann haben viel Zeit und bleiben noch in Ahus.



Idylle am Fluß Helge



Südseite des Flusses, Ahus
Das heranziehende Sturmtief kündigt sich bereits an. Langsam legen sich die Wettervorhersagen mit Sturmböen bis 10 aus W ab dem Mittwoch fest.
Deshalb entscheiden wir uns für Morgen einen langen Schlag nach Ystadt einzulegen.


Dienstag, der 26. Juni 2007, Ahus - Ystad


Wir brechen bereits um 7 Uhr auf, denn wir haben 55 sm nach Ystad vor uns.
Bis zu SE Ecke des Festlandes könne wir segeln.
Aus Zeitgründen verzichten wir gegen den SW Wind 4-5 aufzukreuzen und motoren um die Landspitze herum.
Ein Winddrehung nach Süd und weiter nach ESE macht uns wieder zur Segelyacht.
Gegen 18 Uhr erreichen wir den Yachthafen von Ystad.
Wir müssen erst tanken, denn in Schaprode und Hiddensee gibt es nur zollfreien Kraftstoff (nur für Fischer).
Die Tankstelle liegt in der hintersten Ecke des Yachthafens.
Gleich nebenan finden wir einen Liegeplatz, zu unsererm Glück, wie es sich später herausstellen sollte.



Die SY Sunrise, Skipper Lothar Müller, auf dem Weg nach Ystad


Wir liegen sicher gegen W, vom Servicegebäude geschützt


Mittwoch, der 27. Juni 2007, Ystad (Schweden)



In der Nacht legt der Wind zu. Gegen Morgen Aufregung im südl. Bereich des Hafens. Die Yachten und die Stege arbeiten schwer im Schwell des nach Süd recht ungeschützten Hafens.
Wir verbringen den Tag mit der Besichtigung von Ystad und wettern dabei die durchziehenden Schauerböen ab.







Marktplatz von Ystad


Crew bei einer Stadtrundfahrt mit der Feuerwehr von Ystad


Die Tänzer

 

In der Nacht legt es nochmal zu, sodaß wir (und Andere) zur Sicherheit noch eine Landleine ausbringen.
Erst gegen Morgen läßt der Wind nach.

Unsere SY Wellengleiter, Luise und Arnold, muss Richtung West zurück und zieht es vor noch einen Tag in Ystad zu verbleiben.


Donnerstag, der 28. Juni 2007, Ystad - Vitte auf Hiddensee.


Der Wind ist auf Bft 5 zurückgegangen, aber noch Seegang 6. Wir legen um 7:30 ab. Die Ostsee empfängt uns mit bis zu 2m hohen Wellen. Wir benötigen eine halbe Stunde um die richtige Segelfläche und Kurs ( 60 am Wind) für ein einigermaßen angenehmes Seeverhalten zu finden.
Es stellt sich heraus, dass unsere kleinste Yacht, die "Carpe Viam", mit den Wellen am besten fertig wird, während die "Sunrise" ein Bavaria 39 (Skip. Lothar Müller) weit zurück fällt.
Erst als die Wellen gegen Mittag nachlassen, kann die Sunrise wieder aufholen.



Die SY Seebär IV, Skipper Manfred Braunegger, boxt sich durch die Wellen

 

Manni zieht sich durch "Wellenschlag" eine schmerzhafte Prellung mit angebrochener Rippe zu.


Der Skipper der Carpe Viam am Steuer.

Nachdem der Wind auf Stärke 4 zurückgeht, versuchen wir die im Seegang verlorenen Höhe wieder auszugleichen.
Wir können trotzdem nicht die Ansteuerung von Hiddensee anhalten.


Co-Skipper Peter Viel.

 

Vor der Küste Rügens angekommen, laufen wir wegen der fortgeschrittenen Zeit und "Schnauze voll" unter Motor nach Hiddensee.



Der Hafen von Vitte


Wir legen im Yachthafen von Vitte, "Lange Ort", an.

 

Hier treffen wir unser Crewmitglied von der SY "Sea Angel" (Hessenregatta 07), Matthias Breukert, der mit seiner Crew wegen des Sturmes drei Tage auf Hiddensee verbringen musste.


Hafenszene, Vitte (Hiddensee).

Freitag, der 29. Juni 2007, Vitte - Scharprode


Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch Vitte und Umgebung legen wir nachmittags ab, und navigieren wegen des schwachen Windes und engem Fahrwasser den kurzen Schlag unter Motor nach Schaprode zurück.

Zusammen mit der Crew von Matthias, feiern die beiden Yachten Seebär und Carpe Viam (die Crews) den gelungenen Midsommar-Törn in Schaprodes Campinggastätte bei gutem Fisch, garniert mit einigen Runden des wohlschmeckenden Sanddornlikörs.

Manfred Iffland, Skipper der "Carpe Viam", Juli. 2007
Fotos: MI


Ausrüstung

Die Yacht Carpe Viam:

Sunbeam 37, L.O.A. 11,30 m, Breite 3,85 m, Tiefgang 1,90 m
Segel 70 m², Blister.
Elektr. Ankerwinsch, Bugstrahlruder, Kuchenbude
gemäß den Charterbestimmungen ausgerüstet mit 6 Rettungswesten, + Lifebelts, Rettungsinsel für 6 Personen, 2 Feuerlöscher, Notpinne, 2 Rettungskragen mit Leine, Notblitz, Seenotsignalmittel.
UKW GMDSS Funkgerät, automat. Wetterdecoder (RTTY) DDH 47 (147,3 Khz), Handpeilkompaß, GPS mit Kartenplotter, Radar, Echolot, Logge,
2 Anker, Festmacher und Leinen.

Zusätzliche Ausrüstung von der Crew mitgebracht:
4 Automatikwesten + Lifebelts, 3-fach geschorene Arbeitstalje, Segelnähzeug, Kleinwerkzeug + Lötkolben, Vielfachmessgerät,
Hand-GPS, Sony-Weltempfänger.

Nautische Unterlagen:
Seekarten:
An Bord: Sportbootkartensätze der N.V. Serie 1-4 einschl. Hafenlotse.
Von Crew mitgebracht:
Deutsche Seekarten: Nr. 138 Bornholm bis Öland, Nr 140 Hanöbucht Ostteil.
Schwedischer Sportbootkartensatz Sydostkusten
Handbücher von Crew mitgebracht:
Revierführer Ostsee, Hafenhandbuch Ostsee II, Wetter der Nord- und Ostsee (DK-Verlag),

Bemerkungen zur Navigation:
Die im Logbuch angegebenen Kurse wurden vom Steuermann nicht exakt gehalten, sondern jede Winddrehung nach der Anströmung der Segel (Trimmfäden) ausgesteuert. Grundsätzlich wurden Seezeichen oder Landmarken als Ansteuerungspunkte verwendet. Mehrmals am Tage wurde ein Standort nach GPS oder Seezeichen bestimmt.
Jeder GPS-Standort wurde soweit als möglich, an Hand von Sichtnavigation und Peilungen überprüft.

Bemerkungen zur Segelführung:
Wegen der stark gepfeilten Salinge, konnte aus Sicherheitsgründen bei Starkwind kein Vorwindkurs gesegelt werden (die Salingnocken scheuern am Groß, Patenthalse).
Um Beschädigungen des Großsegels an der Saling zu vermeiden musste das Segel über den Baumniederholer flach getrimmt werden. Grundsätzlich wurde ab raumen Kursen eine dreifach geschorene Talje als Bullenstander gesetzt.